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Ratgeber · Stromausfall

Stromausfall: Der Erstcheck, bevor Sie anrufen

Kühlschrank aus, Router ohne Licht, die Wohnung dunkel – und die erste Frage ist nicht, wen Sie anrufen, sondern was überhaupt betroffen ist. Dieser Text zeigt, was Sie in den ersten Minuten selbst prüfen können und ab wann das ein Fall für die Elektrofachkraft ist.

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Die kurze Antwort

Meist steckt einer von zwei Gründen dahinter: ein ausgelöster Schutzschalter in der eigenen Wohnung oder eine Störung, die der Netzbetreiber zu verantworten hat und die auch die Nachbarschaft trifft. Zwei, drei Handgriffe klären, welcher Fall vorliegt. Ein einmaliges, vorsichtiges Wiedereinschalten ist erlaubt; springt der Schalter sofort erneut heraus oder riecht es verschmort, brechen Sie ab – das übernimmt dann die Elektrofachkraft.

  • Nachbarschaft kurz befragen: Ist dort ebenfalls kein Strom, deutet vieles auf eine Netzstörung hin.
  • Im eigenen Verteiler nachsehen, ob ein FI-Schalter (RCD) oder ein Leitungsschutzschalter (LS) unten steht.
  • Höchstens einmal wieder hochschalten – löst der Schalter sofort erneut aus, nicht weiter versuchen.
Zuständigkeit

Wessen Fall ist das eigentlich?

Ob Sie die Störungsnummer Ihres Netzbetreibers wählen oder uns anrufen, hängt allein davon ab, wie weit der Ausfall reicht. Im Herbst, wenn Stürme Freileitungen oder Bäume beschädigen, häufen sich großflächige Netzstörungen spürbar gegenüber dem übrigen Jahr.

Auch Nachbarn oder die Straße sind betroffen

  • Ein Blick zum Nachbarhaus oder eine kurze Nachfrage klärt das meist in einer Minute.
  • Liegt dort ebenfalls kein Strom an, ist das Sache des Netzbetreibers, nicht Ihrer Hausanlage.
  • Melden lässt sich das über die Störungsnummer des Netzbetreibers oder die bundesweite 115.

Nur Ihre Wohnung oder Ihr Haus ist dunkel

  • Bleibt es ringsum hell und nur bei Ihnen dunkel, liegt der Fehler in der eigenen Hausinstallation.
  • Häufigster Grund ist ein ausgelöster FI-Schalter oder Leitungsschutzschalter im eigenen Verteiler.
  • Ob und wie weit Sie selbst nachsehen dürfen, zeigt der nächste Abschnitt.
Am Verteiler

Was Sie an der eigenen Anlage selbst prüfen dürfen

Vier Schritte, die an Ihrer eigenen Anlage erlaubt sind – nicht mehr.

1

Verteiler öffnen

Schauen Sie nach, welcher Schalter unten steht oder in Mittelstellung hängt, ohne ihn sofort zu bedienen.

2

Auffälligkeiten prüfen

Fühlt sich ein Schalter warm an oder riecht es verschmort, lassen Sie ihn unberührt und brechen Sie hier ab.

3

Verdächtige Geräte trennen

Ziehen Sie den Stecker von Geräten, die kurz zuvor neu angeschlossen wurden oder auffällig liefen.

4

Schalter einmal setzen

Bleibt er oben, war es vermutlich eine einmalige Überlastung. Fliegt er sofort wieder heraus, ist ein weiterer Versuch keine gute Idee.

Ursachen

Was in der eigenen Anlage dahinterstecken kann

Diese vier Ursachen liegen den meisten Fällen zugrunde, in denen ausschließlich die eigene Anlage betroffen ist. Welche Aufgabe die beiden Schutzschalter jeweils übernehmen, erklärt der Ratgeber FI-Schalter oder Sicherung im Detail.

FI-Schalter hat ausgelöst

Der Fehlerstrom-Schutzschalter ist auf den Schutz von Personen ausgelegt und trennt bereits bei kleinen Fehlerströmen – etwa durch eingedrungene Feuchtigkeit oder ein alterndes Gerät.

Leitungsschutzschalter hat ausgelöst

Er schützt die Leitung selbst und reagiert auf Überlastung, wenn zu viele Verbraucher gleichzeitig an einem Stromkreis hängen.

Kurzschluss oder Erdschluss

Ein schadhaftes Kabel oder ein defektes Gerät erzeugt einen Fehlerstrom, der den Schalter beim erneuten Einschalten sofort wieder auslöst.

Ein einzelnes Gerät ist defekt

Gerade in den dicht bebauten Gründerzeitvierteln wie Stuttgart-West, einem der größten zusammenhängenden Altbaugebiete Deutschlands, treffen ältere Haushaltsgeräte auf Stromkreise aus einer Zeit ganz ohne FI-Pflicht – das begünstigt solche Auslöser.

Ehrlich gesagt

Wo der Erstcheck endet

Nachsehen und einmal wieder einschalten dürfen Sie selbst. Alles, was danach an der festen Elektroanlage passiert, ist nach der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV §13) und DIN VDE 0100 einer Elektrofachkraft bzw. einem im Installateurverzeichnis des Netzbetreibers eingetragenen Betrieb vorbehalten – zum Schutz vor Stromschlag, Brandgefahr und dem Verlust des Versicherungsschutzes. Bei sichtbarem Feuer oder Rauch rufen Sie zuerst die Feuerwehr unter 112, danach unseren Elektro-Notdienst.

Schalter löst sofort wieder aus

Das spricht für einen Kurzschluss statt für eine einmalige Überlast – hier bringt weiteres Hochschalten nichts.

Es riecht verschmort oder es gibt Funken

Betroffenen Stromkreis oder Hauptschalter stromlos schalten, nichts berühren, nicht wieder einschalten.

Eine Sicherung fühlt sich warm an

Warme Schalter oder Automaten sind ein Brandrisiko und kein Zustand zum Abwarten.

Der plombierte Zählerbereich ist betroffen

Dieser Bereich darf ausschließlich von einem eingetragenen Installateur in Abstimmung mit dem Netzbetreiber geöffnet werden.

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Bleibt nach dem Erstcheck eine offene Frage?

Manchmal zeigt der Blick in den Verteiler kein eindeutiges Bild, oder der Schalter fliegt beim zweiten Versuch erneut heraus. Dann lohnt sich ein Anruf mehr als ein dritter Versuch. Wie wir bei einem Stromausfall die Ursache eingrenzen, beschreibt unsere Leistungsseite zum Stromausfall, für Anrufer aus dem Osten der Stadt ergänzend Stromausfall in Stuttgart-Ost. Fliegt bei Ihnen ohnehin nur eine einzelne Sicherung und nicht die ganze Wohnung, passt der Ratgeber Warum fliegt die Sicherung ständig raus? besser. Zur Kostenfrage äußern wir uns bewusst ohne Zahl auf der Seite zu den Kosten – Klarheit gibt ein kostenloses, unverbindliches Telefonat.

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