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Ratgeber

FI-SCHALTER ODER SICHERUNGDER UNTERSCHIED ERKLÄRT

Beide sitzen im selben Verteiler und werden im Alltag oft „Sicherung” genannt – dabei schützen sie nicht dasselbe. Dieser Ratgeber erklärt, was FI-Schalter und Leitungsschutzschalter jeweils tun, warum ein Haushalt beide braucht und wann eine Nachrüstpflicht für den FI-Schalter gilt.

Kurz beantwortet

Zwei Bauteile, zwei Aufgaben

Im Verteiler sitzen FI-Schalter und Sicherung oft nebeneinander und werden umgangssprachlich beide „Sicherung” genannt – dabei erfüllen sie unterschiedliche Aufgaben. Der Fehlerstrom-Schutzschalter (FI-Schalter, fachlich RCD) schützt Menschen vor einem gefährlichen Stromschlag. Der Leitungsschutzschalter (LS-Automat), im Alltag ebenfalls „Sicherung” genannt, schützt die Kabel selbst vor Überlastung und Kurzschluss. Ein Haushalt braucht in der Regel beide gleichzeitig – sie ersetzen sich nicht gegenseitig, sondern schließen jeweils eine andere Schutzlücke.

Zwei Bauteile, ein Name

Was FI-Schalter und Sicherung technisch unterscheidet

Beide lösen bei einem Fehler aus – aber sie messen unterschiedliche Dinge.

FI-Schalter (RCD) – misst Fehlerstrom

  • Vergleicht laufend den Strom, der in einen Stromkreis hinein- und wieder herausfließt. Weicht das voneinander ab, fließt Strom über einen ungewollten Pfad ab – etwa über einen Menschen oder feuchtes Mauerwerk.
  • Schützt damit vor einem gefährlichen Stromschlag, nicht vor einer überlasteten Leitung.
  • Vorgeschrieben unter anderem für Steckdosenstromkreise und Feuchträume – Grundlage ist DIN VDE 0100-410.

Leitungsschutzschalter (LS-Automat) – misst Stromstärke

  • Löst aus, sobald durch die Leitung mehr Strom fließt, als sie dauerhaft verträgt – etwa weil mehrere Verbraucher gleichzeitig laufen oder ein Kurzschluss vorliegt.
  • Schützt damit das Kabel selbst vor Überhitzung, nicht die Person davor.
  • Erkennt einen Fehlerstrom durch Feuchtigkeit oder ein defektes Gerät in aller Regel nicht.
Kein Ersatz füreinander

Warum ein Haushalt beide Schutzarten braucht

Fehlt eine der beiden Funktionen, bleibt eine Schutzlücke bestehen, die die andere nicht schließt.

Nur FI, kein Leitungsschutz

Ein FI-Schalter allein erkennt eine Überlastung oder einen Kurzschluss in der Leitung nicht zuverlässig – das Kabel könnte überhitzen, ohne dass der FI auslöst.

Nur LS-Automat, kein FI

Ein Leitungsschutzschalter allein reagiert nicht auf einen Fehlerstrom durch ein beschädigtes Gerät oder Feuchtigkeit – die Gefahr für Personen bliebe bestehen.

Kombigerät als dritte Variante

Ein FI/LS-Kombischalter (RCBO) vereint beide Funktionen in einem Bauteil – Personen- und Leitungsschutz auf engerem Raum im Verteiler.

Alte Anlage, neue Regeln

Muss der FI-Schalter in jedem Haus nachgerüstet werden?

Für eine unveränderte Altanlage ohne FI-Schutz gilt in der Regel Bestandsschutz – zum Zeitpunkt der Errichtung war sie zulässig, und niemand muss sie allein deswegen nachrüsten. Das ändert sich, sobald an einem Stromkreis wesentlich etwas verändert wird, etwa bei einer Badsanierung, dem Verlegen neuer Leitungen oder dem Ergänzen zusätzlicher Steckdosen: Dann greift die Nachrüstpflicht nach DIN VDE 0100-410, und die Elektrofachkraft muss den betroffenen Kreis mit FI-Schutz ausstatten. In den dichten Gründerzeit-Altbauten im Stuttgarter Talkessel treffen wir besonders häufig auf Stromkreise, die noch aus der Zeit vor dieser Vorschrift stammen – ein typisches Beispiel dafür, wann die Nachrüstpflicht bei einer Sanierung greift.

  • Unveränderter Altbestand ohne FI: in der Regel Bestandsschutz, keine Pflicht zur Nachrüstung
  • Wesentliche Änderung am Stromkreis, etwa bei einer Sanierung: Nachrüstpflicht nach DIN VDE 0100-410
  • Auch ohne Pflicht ist eine freiwillige Nachrüstung in Altbauten ohne FI-Schutz sinnvoll
Ab hier zum Fachbetrieb

Wann Sie nicht mehr selbst weitermachen sollten

Prüfen und einmal wieder einschalten dürfen Sie selbst – alles danach ist Sache der Elektrofachkraft.

  • Der Automat springt nach dem einmaligen Wiedereinschalten sofort erneut heraus – das spricht für einen Kurzschluss, nicht für eine einmalige Überlastung.
  • Der FI-Schalter lässt sich gar nicht mehr einschalten, während großflächig der Strom fehlt – erste Schritte dafür zeigt der Ratgeber Stromausfall – der Erstcheck.
  • Sie möchten einen FI-Schalter oder LS-Automaten selbst einbauen oder tauschen – das bleibt nach NAV §13 der Elektrofachkraft vorbehalten, weil die Verteilung unter Spannung steht.
  • Bei einer Sanierung wird ein Stromkreis wesentlich verändert, und die Nachrüstpflicht nach DIN VDE 0100-410 greift.
  • Eine Sicherung fühlt sich warm an oder es riecht verschmort – dann zählt jede Minute, in der nichts wieder unter Strom gesetzt wird.
Wenn Sie unsicher sind

Schildern Sie uns, was genau passiert

Ob ein Automat nach dem Wiedereinschalten sofort wieder herausspringt oder sich ein FI-Schalter gar nicht mehr einschalten lässt: Rufen Sie uns an, wir ordnen die Situation kostenlos und unverbindlich ein. Als Elektrofachkraft in Stuttgart übernehmen wir die Fehlersuche und die fachgerechte Reparatur oder FI-Nachrüstung an Sicherung und FI-Schalter, für Haushalte in Stuttgart-Süd auch direkt auf der Seite für Stuttgart-Süd – bei akuten Fällen erreichen Sie uns auch über unseren Elektro-Notdienst.

Kostenlose Beratung0176 42876194
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