SPD Typ 1/2/3 im Verteiler

Überspannungsschutz: Pflicht oder sinnvoll?

Nach einem kräftigen Sommergewitter oder beim Blick in einen alten Zählerschrank taucht immer wieder dieselbe Frage auf: Muss ein Überspannungsschutz nachgerüstet werden, oder reicht die vorhandene Anlage weiterhin aus? Die Antwort hängt davon ab, ob es sich um eine neue Anlage, eine wesentliche Erweiterung oder einen unveränderten Altbestand handelt.

  • Ob Ihre Anlage unter die verbindliche Pflicht seit Ende 2018 fällt oder nur eine Empfehlung gilt
  • Wie das mehrstufige Schutzkonzept aus Typ 1, Typ 2 und Typ 3 im Verteiler aufgebaut ist
  • Warum eine einzelne Steckdosenleiste mit Überspannungsschutz dafür kein Ersatz ist
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Die kurze Antwort

Pflicht ist der Überspannungsschutz für jede neue Elektroanlage und für jede wesentliche Erweiterung einer bestehenden Anlage – das schreiben die Normen DIN VDE 0100-443 und DIN VDE 0100-534 seit dem 15. Dezember 2018 verbindlich vor. Für einen unveränderten Altbestand gibt es dagegen keinen gesetzlichen Nachrüstzwang. Sinnvoll ist die Nachrüstung trotzdem fast immer: Ein mehrstufiges SPD-Konzept im Verteiler schützt die gesamte dahinterliegende Elektronik gleichzeitig – eine einzelne Steckdosenleiste kann das nicht leisten. Auswahl und Einbau der Schutzgeräte sind dabei durchweg Sache der Elektrofachkraft.

Das Konzept dahinter

Drei Schutzstufen, ein gemeinsamer Weg: Typ 1, Typ 2, Typ 3

Eine Überspannung – etwa durch einen nahen Blitzeinschlag oder eine Schalthandlung im Netz – legt den Weg vom Hausanschluss bis zur Steckdose in Sekundenbruchteilen zurück. Ein wirksames Schutzkonzept fängt sie deshalb an mehreren Stellen ab, nicht nur an einer.

Typ 1 – am Einspeisepunkt

Direkt am Einspeisepunkt der Anlage fängt diese erste Stufe den größten Teil einer Blitz- oder Schaltüberspannung ab, bevor sie sich in der Hausinstallation weiter ausbreiten kann.

Typ 2 – in der Unterverteilung

In der Verteilung selbst reduziert die zweite Stufe die verbleibende Überspannung weiter und schützt die einzelnen Stromkreise, die von dort abgehen.

Typ 3 – nah am Endgerät

Nahe an besonders empfindlichen Geräten wie Router, Steuerungen oder dem Wechselrichter einer Photovoltaik-Anlage übernimmt die dritte Stufe den Rest – etwa auch an den Aktoren einer <a href="https://strom-stuttgart-bernhardt.de/service/smart-home/">Smart-Home-Anlage</a> – aber nur im Zusammenspiel mit Typ 1 und Typ 2, nicht als Ersatz dafür.

Eine Steckdosenleiste ersetzt kein Verteiler-Konzept

Eine einzelne Steckerleiste mit Überspannungsschutz kann bestenfalls das eine angeschlossene Gerät begrenzt schützen. Ein mehrstufiges Konzept mit SPD Typ 1, 2 und 3 schützt dagegen die gesamte dahinterliegende Installation gleichzeitig – aufbauen lässt sich das nur im Verteiler selbst.

Zwei Ausgangslagen

Neuanlage, Erweiterung oder unveränderter Bestand – was für Ihre Anlage gilt

Ob Sie nachrüsten müssen oder nachrüsten sollten, entscheidet sich an dieser einen Weiche. Besonders in der Gewittersaison zwischen Frühjahr und Sommer wird die Frage bei vielen erst durch einen Geräteausfall akut.

Neuanlage oder wesentliche Erweiterung: Pflicht

Seit dem 15. Dezember 2018 gilt der Überspannungsschutz nach DIN VDE 0100-443 und DIN VDE 0100-534 für jede neue Elektroanlage und jede wesentliche Erweiterung einer bestehenden Anlage verbindlich – auch im privaten Ein- oder Mehrfamilienhaus.

Unveränderter Altbestand: keine Pflicht, aber empfohlen

Eine unveränderte Altanlage genießt Bestandsschutz und muss nicht zwingend nachgerüstet werden. Gerade im dichten Altbaubestand, wie er sich etwa im Stuttgarter Kessel über weite Strecken erhalten hat, bleibt eine Nachrüstung dennoch sinnvoll – vor allem, wenn schon einmal Elektronik nach einem Gewitter ausgefallen ist oder eine Photovoltaik-Anlage hinzukommt.

Ab hier zur Fachkraft

Auswahl und Einbau bleiben durchweg Sache der Elektrofachkraft

Anders als bei mancher anderen Frage rund um die eigene Anlage gibt es hier keinen Zwischenschritt, den Sie selbst übernehmen könnten – der Eingriff findet direkt im Verteiler statt. Wer sich zusätzlich fragt, ob die Installation insgesamt schon in die Jahre gekommen ist, findet Hintergrund im Ratgeber Alte Elektroinstallation erkennen; wer vor einer geplanten Wallbox steht, im Ratgeber Alter Zählerschrank vor der Wallbox; welche Leistung dabei überhaupt sinnvoll ist, klärt der Ratgeber Wallbox – 11 oder 22 kW.

  • Der Einbau eines Schutzgeräts erfolgt im Verteiler, an der Festinstallation – das ist nach NAV §13 ausschließlich der Elektrofachkraft vorbehalten, egal ob es um eine Nachrüstung oder eine Neuanlage geht.
  • Auswahl und Errichtung der Schutzstufen richten sich nach DIN VDE 0100-534 – welche Kombination aus Typ 1, 2 und 3 zu Ihrer Anlage passt, lässt sich nur nach einem Blick in den vorhandenen Verteiler beurteilen.
  • Fehlt im Bestandsverteiler die Reserve für ein zusätzliches Schutzgerät, ist häufig zuerst eine Erweiterung oder Erneuerung der Verteilung nötig, bevor der Überspannungsschutz überhaupt eingebaut werden kann.
  • Ist bereits Elektronik nach einem Gewitter ausgefallen, sollte der Zustand der Anlage ohnehin von einer Fachkraft geprüft werden, etwa im Rahmen einer Elektroprüfung – für Institute und Gewerbeflächen gilt das besonders am Uni- und Bürostandort Vaihingen und am Werksstandort Feuerbach, statt die beschädigten Geräte einfach nur zu ersetzen.
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Wenn die Antwort für Ihre Anlage „Fachbetrieb“ lautet

Ob Neuanlage, wesentliche Erweiterung oder ein unveränderter Altbestand, bei dem eine Nachrüstung einfach sinnvoll ist – als Strom Bernhardt schauen wir uns Ihre Situation in Stuttgart kostenlos und unverbindlich am Telefon an, bevor irgendetwas fest vereinbart wird. Den Ablauf beim Einbau zeigt unsere Leistungsseite zum Überspannungsschutz; warum wir dabei bewusst keine Zahl auf die Seite schreiben, erklärt unsere Seite zur Kostenfrage.

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Ob Neuanlage, Erweiterung oder ein Altverteiler ohne jede Schutzstufe – schildern Sie kurz, worum es bei Ihnen geht. Wir ordnen ehrlich ein, ob eine Nachrüstung nötig oder nur empfehlenswert ist.